Das große Open Wochenende

Nervenkitzel in St. Andrews

Open Championship

Johnson-ZachMit der Open Championship stand am vergangenen Wochenende das dritte Major des Jahres auf dem Programm. Als Austragungsort des prestigträchtigen Turniers diente der ebenso traditionelle und elitäre Old Course von St. Andrews in Schottland, der als einer der berühmtesten Golfplätze der Welt gilt. Die diesjährige Open Championship wurde seinem Ruf als hochkarätiges Event auch in Sachen Spannung mehr als gerecht, denn am Finaltag lag das Teilnehmerfeld noch immer so nah beieinander, dass sich kein klarer Favorit herauskristallisieren konnte. An den Vortagen musste die Open öfters aufgrund der Witterung unterbrochen werden, da Regen und Sturmböen den Spielablauf behinderten. Da dadurch nicht für alle Spieler die gleichen Bedingungen gewährleistet werden konnten, endete die Open erstmals seit 1988 erst am Montag. Eine weitere Besonderheit ist die zwischenzeitliche Platzierung von Paul Dunne, einem irischen Amateur, der sich nach drei absolvierten Runden im vorderen Bereich platzieren konnte. Leider versagten auf der Schlussrunde seine Nerven, sodass er durch eine 78 Schläge auf den geteilten 30. Rang abrutschte. Das Finale dominierten namenhafte Spieler wie Jordan Spieth, der bereits vor der Open als größter Favorit galt und die beiden vorhergehenden Majors gewinnen konnte, Adam Scott, Jason Day und Louis Ossthuizen. Für sie alle war das Gesamtergebnis von 15 unter Par die neue Richtlinie, denn diese Zahl notierten Zach Johnson (Foto) und Marc Leishman nach zwei abschließenden 66er Runden. An dieser Hürde scheiterte allerdings ein Favorit nach dem anderen, Jordan Spieth musste sich dem berüchtigen Valley of Sin, einer Senke vor dem Grün der 18. Spielbahn, geschlagen geben, als er seine Annäherung dort versenkte und den anschließenden Putt nicht zum  Birdie lochen konnte. Damit waren auch seine Chancen auf den Grand Slam dahin, hierfür hätte er alle vier Majors des Jahres gewinnen müssen. Einzig Louis Oosthuizen schaffte es mit Johnson und Leishman gleichzuziehen und sich damit einen Platz im Stechen zu sichern. Der Old Course scheint dem Südafrikaner zu liegen, denn 2010, als die Open zum letzten Mal in St. Andrews ausgetragen wurde, ging Oosthuizen als strahlender Sieger hervor. Johnson, Oosthuizen und Leishman gingen also in die Verlängerung und zurück auf den altehrwürdigen Old Course. Auf dem Programm standen vier Löcher Zählspiel auf der 1, 2, 17 und 18. Schon an der ersten Spielbahn büßte Leishman durch einen Drei-Putt einen Schlag ein. Zach Johnson mobilisierte hingegen noch einmal alle Kräfte und lag nach zwei gespielten Löchern mit zwei Birdie bereits leicht vorne. Am dritten Extra-Loch, der schwersten Spielbahn, notierte das Trio gemeinsam eine Runde Bogeys, sodass der Sieger erst auf der 18 ermittelt wurde. Dort verpasste Oosthuizen seinen Putt zum Birdie aus einer Entfernung von ca. 2 Metern. Damit reichte für Johnson, der bereits einen Schlag Vorsprung hatte, sein Par aus, sodass er nach vier Extra-Löchern als Sieger der 144. Open Championship feststand. Nach seinem Triumph beim Masters 2007 freut sich Johnson nun um seinen zweiten Major Titel. Tiger Woods, der nach kleinen Erfolgen in den letzten Wochen Hoffnungen auf ein Comeback zur alten Form hatte, konnte in St. Andrews nicht überzeugen und musste sich nach einem enttäuschenden Auftakt bereits am Cut geschlagen geben. Deutlich positiver liest sich dagegen die Statistik von Martin Kaymer, der sich mit einer abschließenden 68 und 9 unter Par als bester deutscher Spieler auf den geteilten 12 Rang platzieren konnte. Auch Bernhard Langer gehörte zum Teilnehmerfeld der Open. Als Routinier genoß er den Turnier-Troubel in vollen Zügen, da es nach eigenen Angaben wahrscheinlich seine letzte Open in St. Andrews war. Marcel Siem hatte etwas Pech mit dem Wetter und wurde Opfer von einigen Unterbrechungen. Am Ende reichte es knapp nicht mehr für den Cut.

LPGA Tour

Während bei den Herren am vergangenen Wochenende das dritte Major der Saison vor der Türe stand, ging es auf der LPGA Tour wieder etwas entspannter zu. Denn die Damen hatten ihr Major bereits eine Woche zuvor hinter sich gebracht. In dieser Woche machte die LPGA Tour Halt bei der Marathon Classic in Sylvania, Ohio. Dort ging auch Caroline Masson an den Start, die in der bisherigen Saison mit ihrer Leistung zu kämpfen hatte. Nach ihrem vielversprechenden ersten Jahr auf der LPGA Tour will es derzeit nicht mehr so recht laufen. Daher hatte sich sich entschieden, vor dem Major einen Abstecher nach Europa zu machen um in heimischeren Gefilden vielleicht wieder zurück zu ihrer alten Form zu finden. Und tatsächlich konnte sie beim ISPS Handa Ladies European Masters eine hervorragende Leistung zeigen und bis zum Schluss um den Titel mitspielen. Am Ende belegte Masson den geteilten vierten Platz, der ihr wieder etwas Selbstvertrauen für die nächsten Wochen auf der LPGA Tour gab. Auch bei der Marathon Classic konnte Masson trotz schwieriger Bedingungen und mehreren Turnierunterbrechungen ein ordentliches und solides Spiel abliefern. Nach dem ersten Tag konnte sie sich mit einer 68er Runde bei drei unter Par auf dem geteilen sechsten Rang platzieren, den sie auch nach der zweiten Runde mit 69 Schlägen verteidigte. Am Samstag kam es leider zu einem kleinen Leistungstief und Masson musste eine 73 auf ihrer Scorekarte notieren. Durch die abschließende 70 am Sonntag reichte es für die erfahrene Deutsche trotz des guten Starts nur für den 35 Platz. Dennoch ist Masson mit dem Aufwärtstrend ihrer Leistungskurve zufrieden. Die zweite deutsche Spielerin im Teilnehmerfeld der Marathon Classic – Sophia Popov – scheiterte nach Runden mit 79 und 73 Zählern bereits am Cut. Als strahlende Siegerin ging am Ende die Südkoreanerin Chella Choi hervor. Nach einer Schlussrunde mit 68 Schlägen schloss Choi zu Ha Na Jang auf, sodass die Entscheidung erst im Stechen fiel. Mit einem Par am ersten Extra Loch holte sich Chella Choi bei ihrem 157. Turnierstart den ersten Titel auf der LPGA Tour.

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